Automatisiertes Verfahren zur Detektion von Blindgängern im Rahmen der Kampfmittelräumung
Die zuverlässige Identifikation von metallischen Objekten aus Magnetfeldmessdaten ist ein wichtiger Bestandteil bei der Kampfmittelbeseitigung, insbesondere bei der Beseitigung von Blindgängern aus vergangenen Kriegen.
Das Institut Dr. Foerster GmbH&Co. KG, Reutlingen gehört zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Erfassung, Auswertung und Analyse von Magnetfeldmessdaten und stellt mit den FEREX®-Magnetometern ein weltweit anerkanntes Instrument zur Erfassung dieser Daten zur Verfügung. Bislang wurden die Signaturen der Verdachtsobjekte in den Magnetfelddaten manuell selektiert und danach einzeln ausgewertet.
Durch das gemeinsam mit STASA entwickelte Verfahren wird die Detektionssicherheit von Blindgängern deutlich verbessert und weitgehend automatisiert. Hierdurch wird die Gefahr des Übersehens eines gefährlichen Objekts deutlich verringert. Aus den georeferenzierten Messdaten erfolgt dabei die exakte Bestimmung von Position mit Tiefenangabe und den Lagewinkeln sowie eine Volumenklassifizierung des Blindgängers. Um dies zu erreichen, wurden unterschiedliche Filterverfahren mit einem physikalischen Dipolmodell kombiniert. Ein neuartiges und speziell für die Aufgabenstellung entwickeltes Mustererkennungsverfahren sorgt für die sichere Identifikation dicht benachbarter Objekte.
Mit der entwickelten Software DATA2LINE® können die beauftragten Fachkräfte die Belastung größerer Flächen wesentlich effektiver analysieren und genauer dokumentieren. Dies trägt zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit aber auch zu einer Reduzierung des Gefahrenpotentials bei der Realisierung von Räumprojekten bei. Auch im Bereich der Archäologie wird das entwickelte Verfahren zukünftig eingesetzt und derzeit gemeinsam hinsichtlich dieser Aufgabenstellung erweitert.
Unser Projektpartner: Institut Dr. Foerster GmbH & Co. KG, Reutlingen
Dieses Projekt wurde mit dem Löhn-Preis 2011 ausgezeichnet.